Tabea Stock berichtet aus Avalon Beach (New South Wales / Australien)

Seit fünf Tagen bin ich wieder zu Hause und kann sagen, dass die letzten sechs Monate die schönsten meines Lebens waren. Als ich vor einem halben Jahr meine Reise gestartet habe und 20 Stunden Flug vor mir hatte war ich mir noch nicht sicher, was auf mich zukommen würde, was ich erleben werde und ob ich wirklich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Als ich morgens um 7 Uhr in Avalon Beach, nördlich von Sydney meine Gastfamilie kennen lernte war ich etwas müde, doch ich wurde sofort herzlich begrüßt und lernte dann auch meine italienische Gastschwester kennen. Wochenlang hatte ich mir überlegt, wie es sein würde eine Gastfamile zu haben, und besonders eine Gastschwester aus einem anderen Land. Nachdem ich nun weiß, wie es ist eine zweite Familie am anderen Ende der Welt zu haben, kann ich nur sagen, es ist ein wunderschönes Gefühl. Zwei Tage nach meiner Ankunft hat auch schon die Schule begonnen. Ich war sehr aufgeregt, da ich Niemanden kannte und zuvor nie eine Uniform tragen musste, oder mit dem Schulbus gefahren bin. Doch ob Lehrer, Schüler, oder meine Koordinatorin, Alle waren sehr freundlich und ich habe meine Schule lieben gelernt. Zu meinen Fächern gehörte unter andern auch Agriculture wo ich Käse gemacht und Kartoffeln gepflanzt habe, Traktor gefahren bin oder Brenesseltee hergestellt habe. Ich hatte Glück, dass ich gleich gute Freunde gefunden hatte, mit denen ich nach der Schule an den Strand gehen konnte, in der City schoppen war oder bei Sleepoverpartys DVDs geschaut habe. Auf dem Flug habe ich auch ein deutsches Mädchen kennen gelernt, mit der ich oft mein Wochenende verbracht und in Sydney verschiedene Museen besichtigt und Gärten besucht habe. Umso länger ich in Australien war desto wohler habe ich mich gefühlt. Mein englisch hat sich verbessert, man konnte in der Schule mitarbeiten und hatte keine Hemmungen mehr, nach unbekannten Worten zu fragen. Nach drei Monaten war Halbzeit meiner Reise und gleichzeitig meine ersten und einzigen Ferien. In diesen 14 Tagen machte ich eine 12-tägige Outbacktour. Mit zwei meiner Freundinnen packte ich Schlafsack und Kissen in meine Tasche und flog in die Mitte Australiens zum Ayars Rock. Fast zwei Wochen lang fuhren wir mit dem Bus in den Norden Australiens nach Darwin und sahen dabei viel unterschiedliche Landabschnitte, Tiere, Pflanzen, Wasserfälle und Seen. Wir sind auf Kamelen geritten, haben mit Aborigines unter den Sternen geschlafen und am Ende der Reise den Sonnenuntergang von Darwin bewundert. Es war ein einzigartiges Erlebnis und ein toller Trip! Des Weiteren hatte ich das Glück, dass meine Gastschwester sehr unternehmungslustig war und ich mit ihr Viel sehen konnte und wir zusammen reisten. Zusammen mit guten Freunden sind wir an die Gold Coast gereist, haben die Universität in Melbourne besucht, in Byron Bay Delfine und Wale gesehen und konnten in Port Stevans auf Dünen surfen. Nie hätte ich gedacht, dass ich so viel sehen und erleben würde, oder so gute Freunde finden würde. Ob in Australien, Brasilien, Italien, Amerika oder Deutschland, von überall auf der Welt habe ich Schüler kennen gelernt. Nach einem halben Jahr voller Erlebnisse und neuen Erfahrungen fällt es am Anfang zwar etwas schwer, in den gewöhnten Alltag zurück zu gehen. Doch mit der Unterstützung meiner Familie und Freunde und mit dem Wissen, dass ich viele der Menschen, die ich kennen gelernt habe bald wieder sehen werde fühlt man sich auch zurück in Deutschland wieder sehr wohl. Die Zeit, die ich in Australien verbracht habe und Alles was ich neu lernen und sehen durfte hat mir gezeigt, wie schön es ist, Neues zu erfahren und auch einmal ein kleines Risiko ein zu gehen, denn es lohnt sich auf jeden Fall!

 
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