Kirstin Surmann berichtet aus Heywood (Victoria / Australien)

Owyagoinmateoright? Eine australische Begrüßung für die ich etwas üben musste damit sie sich genauso anhört wie bei den Aussis, die sehr gerne nuscheln und schnell sprechen.

12.7.2007 endlich war es so weit. Ich fliege ein halbes Jahr nach Victoria, Australien! Ich war sehr aufgeregt an dem Tag denn schließlich fliege ich ca. 32 Stunden einmal um die ganze Welt um in einem fremden Land und einer fremden Familie zu leben und das ganz alleine!

Von meiner Gastfamilie, mit der ich vorher etwas Kontakt hatte, wusste ich dass sie mich nicht am Flughafen abholen werden, da sie ca. 3-4 Stunden von Melbourne, in einem kleinem Dorf namens Heywood, entfernt wohnen. Um 6:00 h morgens kam ich dann endlich total müde und kaputt in Melbourne an. Meine Koordinatorin, die ich vorher noch nie gesehen habe, wartete schon mit vielen anderen Gastfamilien am Flughafen auf mich. Sofort kamen die ersten Schwierigkeiten mit der Sprache auf, als wir im Auto saßen und uns Unterhalten haben. Wenn ich heute an den Tag zurück denke muss ich wirklich sagen mein Englisch hat sich sehr verbessert!! An dem Tag habe ich sogar mein erstes mal Vegimite probiert, als wir einen Halt bei McDonalds gemacht haben. Vegimite ist ein Australischer Brotaufstrich aus Hefe und Salz. Ich fand das total ekelig das erste mal aber mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und am Ende habe ich es sogar gerne gegessen ;) Nach gut 3 Stunden habe ich dann endlich meine Gastfamilie gesehen. Es war etwas komisch und ich habe mir diesen Moment immer anders vorgestellt. Meine Gastfamilie wohnt ca. 6 min mit dem Auto von Heywood entfernt auf einer Kuh Farm, die auf einem Hügel liegt. Man hat von dort aus einen richtig guten Blich über das ganze Land. Auf der Farm hatten wir noch ein kleines Lamm, dass ich mit der Flasche aufgezogen habe, einen Hund, Bella mit der ich immer gespielt habe, drei Enten, und zwei Hühner. Manchmal hatten wir auch Koalas im Garten. Die sind total süß, aber Nachts können die ganz schön laut sein, wenn die sich streiten.

Ich hatte eine Gastschwester, Rhiannon (17), die mit mir auf die gleiche Schule und in die selbe Klasse (Stufe 11) gegangen bin. Das war schon eine gute Hilfe für mich, da ich am Anfang in der Schule nicht so alleine war. Einen Gastbruder, Bowie (19), der aber erst nach der Hälfte meines Aufenthalt wieder gekommen ist. Er war auf einem Mission trip in Townsville. Und mein anderer Gastbruder wohnt in Adelaide, wo er studiert. Ihn habe ich nicht so oft gesehen, aber ich habe mich meistens gut mit meinen Gastgeschwistern verstanden. Am Anfang hatte ich etwas Schwierigkeiten mit der Familie klar zu kommen, da sie so unterschiedlich zu meiner Familie sind und sich meine Gastschwester oft mit meinen Gasteltern gestritten hat und ich einmal unfreiwillig etwas in einen Streit mit hineingeraten bin. Aber mit der Zeit habe ich mich dort richtig wohl gefühlt. Meine Gastfamilie ist sehr religiös und wir sind jeden Sonntag in die Kirche. Die Kirche ist eine Pfingstgemeine und sehr modern mit einer Band, in der ich ein paar mal Querflöte mitgespielt habe. Auch habe ich viele Freunde in der Kirche gefunden. Fast jeden Samstag haben die Jugendlichen etwas zusammen gemacht, wie z.B. an den Strand gehen und Baden, Volleyball oder Kricket spielen, oder einfach einen DVD Abend machen oder zusammen Grillen, was die Aussis gerne machen. Die Australier sind immer sehr freundlich zu dir und deswegen fand ich es auch nicht schwer Freunde zu finden. Leider sind die Entfernungen in Australien etwas weiter als bei uns in Deutschland und so kommst du ohne Auto und die Hilfe deiner Eltern nicht mal so eben zu deinen Freunden. Da ich auf einer Farm gewohnt habe, sind wir auch nicht so oft nach Portland, die nächst größere Stadt nach Heywood, gefahren um einzukaufen. Meistens haben wir das am Sonntag nach dem Gottesdienst gemacht. Denn die Geschäfte haben Sonntags ein paar Stunden auf. Lebensmittel haben wir immer in Heywood nach der Schule gekauft. Und unter der Woche nach der Schule konntest du eh nicht mehr viel machen. Ich musste immer eine Stunde mit dem Schulbus zur Schule fahren, die in Hamilton ist. Die Schule ist sehr klein so um die 100 bis 150 Schüler. In meiner Stufe waren wir 12 Schüler. Manche Fächer hatten wir deswegen mit den 12ern zusammen. Als die 12er mit der Schule fertig waren, waren wir in manchen Fächern sogar nur zu viert. Das ist dann schon etwas anderes. Aber der Unterricht ist nicht so schwer und das Verhältnis zu den Lehrern ist mehr freundschaftlich und so passiert es schon mal dass wir vom Unterricht abkommen und uns über etwas ganz anderes unterhalten. Ich hatte eigentlich keine großen Schwierigkeiten in der Schule und mit der Sprache kam ich auch ganz gut zurecht. In meinen Abschlussprüfungen habe ich dann auch ganz gute Ergebnisse. Morgens mussten wir immer um 9 Uhr da sein. Jeder Schüler ist in eine PCE Klasse eingeteilt, mit der du dich vor dem Unterricht triffst, um eventuell dein Mittagsessen zu bestellen was du jeden Dienstag und Donnerstags machen konntest. Montags, Mittwochs und Freitags haben wir Kirche vor dem Unterricht. Um zwanzig nach drei ist dann der Unterricht für alle beendet und dann war ich immer so um halb 5 in Heywood. Manchmal musste ich dann noch Hausaufgabe machen oder für einen Test lernen, aber die meisten Hausaufgaben habe ich immer in der Schule gemacht, da ich auf Grund der wenigen Fächer viele Freistunden hatte. Am Wochenende habe ich dann meistens was mit meiner Gastfamilie zusammen unternommen. Die haben sehr viel mit mir gemacht. Wir sind z.B. zu den 12 Aposteln gefahren, and der Great Ocean Road entlang, in einen Regenwald, in eine Höhle,…Auch habe ich oft auf der großen Farm mitgeholfen, die 20 min. entfernt ist. Das hat immer viel Spaß gemacht. Es gab immer viel zu tun und auch unterschiedliche Arbeit, wie z.B. im Winter, wo wir noch kleine Kälber hatten, die wir mit Milch aufgezogen haben oder im Frühling, werden Heuballen gemacht. Einmal ist durch einen Sturm ein Baum auf einen Zaun des Nachbarn gefallen und seine Kühe sind ausgebrochen und teilweise auf die Weide von unseren gegangen und dann musste ich mithelfen die Kühe von unseren zu trennen. Das war auch ein Erlebnis. Ich hatte Glück, dass mein Gastbruder, Bowie, viel mit mir unternommen hat. Aber ich konnte mich auch gut alleine auf der Farm beschäftigen. An giftigen Tieren hatten wir eine Tigersnake im Garten. Die ist sehr gefährlich. Da musst du dann immer aufpassen, wenn du raus gehst wo du hinläufst.

Wenn ich jetzt zurück Blicke kann ich sagen dass ich total viel Erlebt habe und viele neue Erfahrungen gesammelt habe. Vor allem hat sich mein Englisch verbessert! Und ich habe Freundschaften geschlossen, die denk ich lange halten werden. Meine Gastfamilie kommt vielleicht sogar nächstes Jahr mal nach Deutschland zu Besuch. Darauf freue ich mich schon!!

An alle die meinen Bericht gelesen haben kann ich nur sagen es: It was an awesome experience and it was the best time of my life!

Wenn ihr euch noch nicht sicher seid ob ihr einen Austausch machen wollt kann ich nur sagen versucht es und seid immer offen für alles dann kann nichts schief gehen!

 

 

Kirstin Surmann

 

Fotos zu diesem Bericht

Dein High School Aufenthalt - optimal mit GIVE
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