Alina Gerlach berichtet von der Georges P. Vanier Secondary School - Courtenay (British Columbia / Kanada)

Ich bin Alina, 17 Jahre alt, und war für die letzten 5 Monate auf Vancouver Island, wo ich die schönste Zeit meines Lebens hatte. Alles hat angefangen in der 5. Klasse, da wurde mir klar das ich unbedingt die große weite Welt erkunden will. Als die Zeit endlich gekommen war, habe ich mir viele Broschüren übers Internet bestellt um zu entscheiden wo ich hin möchte. Durch Zufall hat eine Freundin meiner Mutter mir eine Broschüre gegeben von der Organisation GIVE, mit der auch schon Kinder ins Ausland gereist sind. Ich war sehr begeistert von Kanada und habe mich relativ schnell für Vancouver Island entschieden.

Zu Beginn war alles sehr stressig, es hat für mich sehr lange gedauert alles fertig zu stellen um mich bei Give zu bewerben, deswegen war ich auch etwas spät. Ich bin nach Frankfurt zum Gespräch eingeladen worden und es war doch nicht so schwierig, wie ich es mir vorgestellt hatte. In der zweiten Sommerferienwoche, ich war grade mit meiner Familie in Frankreich, hab ich dann die erste Email von meiner Gastfamilie bekommen, die unglaublich nett geschrieben war. Ich hab ihnen dann zurück geschrieben und ein paar Wochen bevor ich geflogen bin mit ihnen telefoniert. Ich war sehr aufgeregt ob sie mich mögen und ob ich zu ihnen Passe, aber meine Gastmutter war genauso happy wie ich.

Dann endlich war es soweit, am 29 August ging mein Flug von Frankfurt nach Vancouver. Ich habe sehr Angst vorm Fliegen also war der 10 Stunden Flug doppelt schlimm für mich. Aber als ich dann vor meinen Gasteltern am Flughafen in Comox stand war alles gut und ich war sehr glücklich da zu sein.

Am Anfang hatte ich noch eine Woche Ferien bis die Schule begann, das war gut um sich ein bisschen in der Familie einzuleben. Der erste Schultag war sehr verwirrend aber auch lustig, man muss sich erstmal zurechtfinden mit den Räumen und der neuen Umgebung, aber ich hatte schnell ein paar Leute um mich rum die mir alles gezeigt haben. Es war auch sehr gut das meine Gastmutter mit mir zwei Tage vorher noch zur Schule gefahren ist und mir schonmal das wichtigste gezeigt hat.

Meine Familie hatte drei Töchter und einen Sohn, wobei nur noch die jüngste Tochter (19) bei uns im Haus gewohnt hat. Mein Vater war Fischer und kam erst einige Wochen nachdem ich angekommen bin nach Hause. Meine zwei älteren Schwestern wohnten in einer Kleinstadt ungefähr 20Minuten von uns entfernt. Ich selbst habe ziemlich am Land gelebt, aber es war auch okay, da ich nur eine halbe Stunde zu Fuß bis zum Strand gebraucht habe.

In der Schule war es eigentlich sehr einfach für mich Freunde zu finden, man lernt automatisch Leute in den Klassen kennen und auch in den Pausen. Als Gastschüler hat man eh immer ein kleines 'special treatment'. Außerdem habe ich in Kanada noch Field Hockey als Sport bei mir an der Schule angefangen, was mir viele tolle Erinnerungen gebracht hat. Wir waren auf Tournaments in ein paar Städten der Insel und es war sehr lustig mit den Mädchen Sachen zu unternehmen.

Eines der viele Highlights waren für mich die Schooldances und Mottopartys die dort drüben sehr oft stattfinden. Man muss mit den Eltern natürlich ausmachen ob und wie lange man weg bleiben darf und sollte auch rechtzeitig mit ihnen darüber reden. Außerdem ist es wichtig nicht zu spät nach Hause gekommen. Ich konnte mit meiner Mutter immer gut über solche Sachen reden.

Es war ein toller Zufall das ich bei meiner Gastfamilie war, denn mein Bruder hat über Weihnachten 08 seine Verlobte auf Hawaii geheiratet, und dort war ich dann mit der gesamten Familie für 2 Wochen. Es war ein unglaubliches Erlebnis und auch sehr schön noch etwas von den USA mitzubekommen. Ansonsten fahren viele über die Weihnachtsferien im Skigebiet auf der Insel Ski oder Snowboard. Auch wenn es nicht das größte ist war es doch sehr toll, auch weil es sehr nah war, in 50 min Autofahrt war ich am Berg. Ich hatte dort drüben wirklich eine sehr schöne Zeit und kann nur jedem anderen raten über seinen Schatten zu springen und es auch zu wagen, die Erinnerungen und die Freundschaften halten ein Leben lang.