Larissa Fehr berichtet von der Georges P. Vanier Secondary School - Courtenay (British Columbia / Kanada)

Hallo, mein Name ist Larissa, ich bin 17 Jahre alt und erst vor einer Woche aus Courtenay auf Vancouver Island, Kanada wieder gekommen, wo ich auf die G. P. Vanier Secondary School gegangen bin.

Für mich war, seit ich in der siebten Klasse für drei Wochen als Austauschschülerin in Frankreich war, klar, dass ich in der 11. Klasse ins Ausland möchte. Als es dann endlich Zeit war, sich Informationen zusammen zu suchen und sich zu aller erst für ein Land zu entscheiden, wollte ich zuerst nach Australien, aber meine Eltern waren damit nicht ganz so glücklich. Deshalb fiel meine zweite Wahl auf Kanada und ich weiß natürlich nicht, wie es mir in Australien ergangen wäre, aber ich weiß so viel, dass meine fünf Monat in Kanada ein Traum waren.

Als ich in Kanada ankam, hätte ich mir nicht erträumen lassen, dort so herzlich und offen aufgenommen zu werden. Meine Gasteltern sind beide knapp über 50 und haben einen Sohn, der mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Nachbarhaus lebt. Ich war allerdings nicht die einzige Gastschülerin. Ich hatte eine koreanische Gastschwester, die dort schon seit zwei Jahren lebte und einen frühen Abschluss, also schon nach dem ersten Semester, gemacht hat und somit zur gleichen Zeit wie ich zurück geflogen ist, sogar am gleichen Tag, aber der Reihe nach.

Schon nach einer Woche habe ich mich dort wie zu Hause gefühlt und mir kam es fast so vor, als wäre ich nie woanders gewesen, nur die Schule erinnerte mich anfangs noch daran, dass es nicht so war.

Die ersten zwei Monate wachte ich jeden morgen mit einem Kribbeln im Bauch auf, so aufgeregt und nervös machte mich der Gedanke an die Schule. Mir hat es noch nie so viel Spaß gemacht, in die Schule zu gehen und fast durchgehend hatte ich das Gefühl, ich wäre im falschen Film und zwar Wort wörtlich. Alles war wie in amerikanischen Highschool- Filmen, angefangen bei den School buses über das Aussehen der Schule und hin zu dem Fakt, dass ich nicht recht glauben wollte, dass ich wirklich in Kanada war.

Auch in der Schule wurde ich mit offen Armen und einem freundlichem Lächeln aufgenommen. Die Lehrer an meiner Schule waren sehr engagiert und haben auch gerne eine Lunch- Pause geopfert um mit Schülern Fragen durch zu gehen und ihnen zu helfen, wenn sie noch Probleme mit dem Stoff hatten.

Ich hatte Mathe, Englisch, PE (Sport) und Yearbook. In Yearbook macht man Fotos und schreibt Artikel über alle möglichen Schulevents für das alljährliche Jahrbuch, dass am Ende des Schuljahres verkauft wird. Ich wurde passender Weise mit der Aufgabe beauftragt, mich um die Seite für die International Students zu kümmern.

Im Großen und Ganzen hatte ich mit dem Unterricht keine Probleme.

Auch was Freunde finden anging, hätte ich gedacht, dass ich weit aus mehr Probleme haben würde, da ich eigentlich, wenn es darum geht, jemanden an zusprechen, recht schüchtern bin. Aber wie so oft in den fünf Monaten habe ich mich selbst überrascht und relative schnell Anschluss gefunden.

Wenn ich nicht gerade in der Schule war, habe ich mich mit Freunden getroffen oder mit meiner Gastschwester etwas gemacht. Dadurch, dass meine Gasteltern keine eigenen Kinder mehr im Haus hatten, haben sie sehr viel Zeit mit meiner Gastschwester und mir verbracht, sie haben uns die Umgebung gezeigt und mindest einmal die Woche haben wir einen Filmabend zusammen gemacht. Auch sonst habe ich  mich sehr viel mit den Beiden unterhalten. Auch immer sehr viel Spaß gemacht, haben mir die International Students Aktivitäten, wir hatten  z. B. einen Halloween- Dance und sind Bowlen gegangen, aber das absolute Highlight, auch meines gesamten Aufenthaltes in Kanada, war der dreitägige Ausflug nach Whistler zum Ski fahren.

In Whistler waren noch ein Jahr zuvor die olympischen Spiele, die ich zu Hause mit großem Interesse verfolgt hatte. Als ich die Mail bekommen habe, dass ein Trip nach Whistler geplant wurde, bin ich den Rest des Tages nur noch durchs Haus gehüpft, so gefreut habe ich mich. Es war dann auch der helle Wahnsinn, die Pisten dort sind ein Traum und das Dorf sieht zusätzlich mit der Weihnachtsbeleuchtung aus wie im Märchen.

Ich war auch sechs Mal auf dem Mount Washington Ski fahren. Das Skigebiet ist, vor allem im Vergleich zu Whistler, sehr klein, aber genau richtig für jemanden, der gerne Ski fährt und nicht unbedingt den besten Orientierungssinn hat wie ichJ.

Ich würde jedem, auch wenn ihr im Englischunterricht, wie ich nicht all zu viel sagt, empfehlen diese Chance, ins Ausland zu gehen, wahrzunehmen. Es bringt euch nicht nur sprachlich weiter, sondern auch in eurer Persönlichkeit. Ihr werdet selbstständiger und offener für alles. Noch dazu ist es immer schön irgendwo in der großen weiten Welt eine Art zweite Familie zu haben, von der man weiß, dass sie einen immer willkommen heißen.