Luisa Lühn berichtet von der Westview Secondary School - Maple Ridge (British Columbia / Kanada)


           Mein Name ist Luisa und ich habe drei Monate in Maple Ridge verbracht.
          
           Lange habe ich auf den Brief gewartet der mir mitteilte,
           dass ich eine Gastfamilie habe und mir somit meinen Kanada-
           Aufenthalt ein kleines bisschen näher brachte, doch leider
           war mein “Familienglück “ nur von kurzer Dauer, denn in den
           Sommerferien erhielt ich einen Anruf von Give, dass mich
           meine Gastfamilie leider nicht mehr aufnehmen könne…
           So ging das ganze Warten wieder von vorne los, doch
           letztendlich wurde dann doch noch eine Familie gefunden und
           ich war überglücklich.
           Da dies schon relativ kurz vor meinem Flug war  konnten wir
           vorher leider keinen allzu großen Kontakt mehr aufbauen.
           Ich wusste nur, dass mich meine Reise zu einer
           alleinerziehenden Frau mit zwei erwachsenen Töchtern führen
           würde.
           Umso aufgeregter war ich natürlich auch…
          
           Als dann der Tag der großen Reise gekommen war, hatte ich
           es, bis ich mich von meiner Familie und meinen Freunden
           verabschieden musste, noch gar nicht richtig realisiert, was
           jetzt eigentlich alles auf mich zukommen würde..
           Doch dann gab es kein Halten mehr und trotz unendlicher
           Vorfreude  flossen die Tränen.
           Da kamen die Sprüche von den Sicherheitsbeamten:“ Ach das
           sind doch nur drei Monate, Kindchen” auch nicht gerade gut
           bei mir an.
          
           Letztendlich habe ich es dann doch ins Flugzeug geschafft
           und bin gut aber dennoch erschöpft in Vancouver angekommen,
           dort war es unglaublich warm und unserer Grüppchen aus
           Austauschschülern musste noch relativ lange warten, bis alle
           ihre Pässe gezeigt hatten und gegebenenfalls ihr Visum
           beantragt hatten.
          
           Ich glaube wir waren alle sehr froh, als wir dann endlich in
           unserem gelben Bus ( den werdet ihr während eures
           Aufenthalts sicherlich noch das eine oder andere mal
           benutzten ) saßen und total erschöpft nach Maple Ridge
           gefahren sind.
          
           Dort angekommen, haben uns unsere Familien in Empfang
           genommen und das auch gleich mit einer herzlichen Umarmung.
          
           Die erste Tage an denen die Schule noch nicht begonnen
           hatte, habe ich vor allem zur Orientierung  genutzt mich mit
           dem Land und den Leuten und vor allem den Busplänen vertraut
           zu machen bei dem mir meine Gastfamilie unterstützte.
           Außerdem hatten alle Austauschschüler des Schuldistrikt 42,
           zu welchem meine Schule gehörte ein zweitätiges Orientation
           Programm, bei welchen wir auf Vancouver Island/ Victoria und
           Kajak fahren waren.
           Das hat uns allen viel Spaß gemacht, gleichzeitig war es
           eine gute Möglichkeit Austauschschüler aus anderen Ländern
           kennenzulernen.
          
           Der erste Schultag war dann ein ganz schönes Durcheinander,
           alle wollten Fächer umwählen, wobei unsere Koordinatoren
           jede Menge Geduld bewiesen, bis alle mit ihrem Stundenplan
           zufrieden waren.
          
           Natürlich waren die ersten Schultage sehr aufregend, es ist
           schließlich nicht so wie zu Hause.
           Aber nach und nach pendelte sich der Alltag ein, und die
           Schule und ihre Schüler wurden einem vertrauter.
           Genau wie das wunderschöne British Columbia.
           Durch mehrere “Fieldtrips”, welche von der Schule aus
           organisiert wurde hatten wir die Möglichkeit z.B. Kanu oder
           Skifahren zu gehen.
          
           Die Wochenenden habe ich meistens mit “meinen Mädls” in
           Vancouver verbracht.
           Vancouver, eine wunderschöne und unvergleichliche Stadt, ist
           von Maple Ridge mit dem Bus oder dem Skytrain super und
           recht günstig zu erreichen.
           Dort angekommen gibt es viel süße Kaffees, interessanten
           Menschen, einen sooo schönen Strand und natürlich auch jeder
           Menge tolle Geschäfte, in denen man sein Geld sehr gerne
           ausgibt.
          
           Mit meiner Gastmutter habe ich mich gleich gut verstanden.
           Sie hat viel gearbeitet und war oft weg, außerdem hat sie
           sich während meines Aufenthaltes auch noch den Arm gebrochen
           und war somit leider sehr eingeschränkt.
           Aber nach Absprachen wo ich hingehe und wann ich wieder nach
           Hause kommen würde, hat sie mir doch jede Menge Freiheiten
           gegeben.
           Trotzdem konnten wir uns gut unterhalten und haben nie das
           gemeinsame “Desperate Housewifes” schauen verpasst.
          
       
           Nach meinen 3 Monaten Canadian Life hieß es dann auch für
           mich wieder zurück nach Hause, und ich freute mich wirklich
           wieder auf meine Familie, Freunde und das weihnachtliche
           Deutschland.
           Natürlich war es auch nicht leicht in den Bus zu steigen,
           der uns wieder zurück zum Vancouver Airport brachte und all
           die tollen Menschen, die ich kennen lernen durfte zurück zu
           lassen.
          
           Umso größer war die Überraschung als wir Deutschen am
           Flughafen gerade unser Gepäck aufgegeben haben und “unsere
           Mädels” auf mich und noch eine weitere Freundin losgestürmt
           sind.
           Sie haben ein paar Stunden Zeit und etliche Male umsteigen
           in Kauf genommen um uns zu verabschieden.
           Das war ein toller und dennoch trauriger Abschied von dem
           wunderbaren British Columbia.
          
           Ich werde meine Zeit in Maple Ridge nie vergessen und bin sehr
           glücklich darüber, dass ich die Möglichkeit dazu hatte.
          
           Viel Spaß auf eurer Reise!
          
           Eure Luisa