Maike Schröer berichtet aus Burnaby (British Columbia / Kanada)

Maike Schröer, Burnaby South, Burnaby, Kanada

 

Heute ist der Tag des Abschieds. Gegen 7 Uhr kamen noch einmal alle meine Freunde zu meinem Haus um tschüss sagen. Und dann hieß es ab zum Flughafen. Wir fuhren zum Frankfurter Flughafen und meine Eltern begleiteten mich bis zur Sicherheitskontrolle. Wir verabschiedeten uns, dann drehte ich mich um, straffte die Schultern und ging. Ich hatte einen begleiteten Flug und war die Dritte aus unserer Gruppe, die ankam. Insgesamt waren wir um die 12. Ich hab mich auf Anhieb mit allen gut verstanden. Dann der 10-Stunden Flug nach Vancouver. Eigentlich waren wir die ganze Zeit ziemlich relaxt, doch kurz bevor wir gelandet sind, wurden alle ganz aufgeregt. Angekommen mussten wir noch endlos lange warten wegen der langen Schlange an der Immigration. Dann gingen wir durch die Türen, wo unsere Gastfamilien schon auf uns warteten. Mich holten mein Gastvater und mein Gastbruder, der 12 ist, ab. Wir fuhren nach Hause, wo ich meine Gastschwester (10) und meine Gastmutter traf. Der Neffe von meinem Gastvater und seine Freundin waren auch da. Als ich ankam, wusste ich um ehrlich zu sein gar nicht wer wer ist, denn ich hatte nie ein Foto von ihnen gesehen haha. Aber das stellte sich ja bald heraus.

 Ich habe meine Gastfamilie richtig lieb gewonnen. Ich bin jetzt seit einem Monat wieder da und wir schreiben wöchentlich E-Mails.

Am Tag darauf fuhren wir wieder zum Flughafen um meine italienische Gastschwester Valentina abzuholen. Es war sehr lustig, denn die hatte bis zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst, dass sie eine deutsche Gastschwester hat. In unserem Haus war es richtig cool. Erst einmal war es ganz neu, modern und superschön und dann hatten Valentina und ich noch eine Etage ganz für uns inklusive Küche, wo wir aber nie gekocht haben J.

Es gab eine Orientierungswoche, in der alle Austauschschüler von allen Schulen in Burnaby (wo ich gewohnt habe, Vorort von Vancouver) zusammengekommen sind. In dieser Woche habe ich schon sehr viele neue Leute kennengelernt. Hauptsächlich halt andere Austauschschüler aus Mexiko, Brasilien, Hongkong und Italien. Das war viel einfacher als kanadische Freunde zu finden. Ich denke es kommt halt total darauf an, wo du hinkommst. Meine Schule war zum Beispiel riesengroß. So war ich aber total glücklich und ich hab jetzt Freunde auf der ganzen Welt.

Das Schulsystem ist ganz anders als in Deutschland. Es gibt 8 Fächer (zumindest an meiner Schule war das so), darunter Spaßfächer sowie Kochen und Fotografie. Ich hatte beide Fächer und es hat super Spaß gemacht, nur zu empfehlen :D. An einem Tag hat  man 4 Fächer. Also gibt es Day 1, Day 2 immer im Wechsel. Der Schultag beginnt um 8:50 Uhr und endet um 3:11. Fragt mich nicht warum die so eine krumme Zahl genommen haben, ich versteh es bis heute nicht.

Ich hatte auch sehr viel Glück, da ich 15 Minuten entfernt von der zweitgrößten Shoppingmall Kanadas gewohnt hab. Dort habe ich wirklich einen Großteil meiner Zeit verbracht. Nach der Schule konnten wir uns da auch immer gut mit den Leuten  von den anderen Schulen treffen.

Was richtig gut war ist, dass du überall mit Bus und Skytrain hinkommen kannst. Ich liebe das! Es gibt ein Monatsticket für ca. 50 Dollar und mit diesem Ticket kannst du jeden Bus und Skytrain im Umkreis von Vancouver nehmen. Für mich hat sich das total gelohnt!

Die Highlights von meinem Aufenthalt waren 4 Tage in den Rocky Mountains, ich bin zu einem Konzert von Wiz Khalifa gegangen, Ausflüge nach Seattle und Victoria, Skifahren auf Whistler und Halloween, das in Kanada riesengroß gefeiert wird… und viele mehr.

Der Abschied war das Schlimmste. Meine Gastfamilie meinte zu mir: „Maike, don’t forget your family in Canada!“ Und ich plane auch schon sie sobald wie möglich besuchen zu kommen. Alle meine Freunde sind mit zum Flughafen gekommen und der Abschied war unglaublich hart! Eine meiner besten Freundinnen Paulina aus Mexiko hat mich auch schon für die Osterferien zu sich nach Mexico City eingeladen. Der Flug ist schon gebucht und ich freue mich unheimlich sie bald wiederzusehen. Ich habe ich Kanada Freunde fürs Leben gefunden.

Das waren die besten 5 Monate meines Lebens! Es war ein riesengroßes Abenteuer und ich beneide euch sehr, dass ihr das alles noch vor euch habt. Wenn ich noch einmal die Chance für ein Auslandsjahr bekommen würde, würde ich keine Sekunde zögern!   

 

 

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