Philipp Rinn berichtet von der Highland Secondary School - Comox (British Columbia / Kanada)

5 Monate Kanada – 5000 schöne Erinnerungen

Die ersten Pläne mir die Möglichkeit zu geben, eine Auslandserfahrung zu sammeln, reifte schon früh in den Köpfen meiner Eltern. Und da die Jahrgangsstufe 11 der optimale Zeitpunkt dafür ist, da in dieser sehr viel Stoff aus der Mittelstufe wiederholt wird. Und so hörten wir uns im Freundes- bzw. Bekanntenkreis um, sodass wir einfach mal ein wenig Ahnung davon bekommen was uns erwartet. Die Resonanz war durchweg positiv, jeder mit dem wir gesprochen hatten empfahl uns diese Gelegenheit zu nutzen und so mussten wir jetzt entscheiden wo es denn nun hingeht. In der engeren Auswahl standen die USA und Kanada, da man allerdings bei den Vereinigten Staaten nicht wählen kann, wohin man kommt, habe ich mich für das wunderschöne Comox Valley, B.C., entschieden.

Im Verlauf des Jahres habe ich noch ein Vortreffen von GIVE besucht und wurde durch einige Informationsbriefe auf „das Abenteuer“ vorbereitet.

Anfang September ging es dann mit 2-wöchiger Verzögerung lost, ich wurde ca. eine Woche vor meinem eigentlichen Abreisedatum noch während des Fahrradfahrens von einem Auto erwischt und habe mir die Nase gebrochen, aber auch dieses kleine Hindernis wurde bewältigt und am 12.09. saß ich dann endlich im Flieger von Frankfurt nach Vancouver. Das Comox Valley liegt auf Vancouver Island, einer 31.285 km² großen Insel, das heißt etwas größer als Belgien, mit etwa 750.00 Einwohner, die allerdings eher auf dem südlichen Teil der Insel befinden, währenddessen das Comox Valley in der Mitte der Insel, am zum Festland gewandten Meer, liegt. Comox Valley besteht aus einer größeren Stadt, namens Courtenay und mehreren kleineren umliegenden „Dörfern“, die allerdings alle wie eine Stadt aufgebaut sind. Und eins davon heißt Comox, meine Heimat für 5 Monate.

In Vancouver musste ich dann in eine deutlich kleinere Maschine (nur 18 Sitze!!!) umsteigen, die mich dann auf die Insel gebracht hat. Das Wetter war gut und ich war bester Laune und so ließ ich mich auch nicht davon beirren, dass meine Gastfamilie etwas zu spät kam, immerhin war ich ja auch etwas zu früh gelandet. Das soll jetzt allerdings auch kein schlechtes Licht auf meine Gastfamilie werfen, sie war nämlich top. Schon vor meiner Abreise wurde mir vielerorts gesagt, dass die Gastfamilie das „A und O“ eines gelungen Aufenthalt ist. Im Rückblick kann ich nur sagen, dass ich sehr viel Glück mit meiner hatte. Ich hatte einen 11-jährigen Gastbruder, mit dem ich mich sehr gut verstanden habe, aber auch meine Gasteltern haben mir immer das Gefühl gegeben, ein Teil der Familie zu sein. Ein weiterer Pluspunkt war natürlich auch, dass sich unser Haus nur einen 10-minütigen Fußmarsch von meiner Schule befand.

Meine kanadische Schule trägt den Namen „Highland Secondary School“ und war die einzige Schule die direkt in Comox lag, was zur Folge hatte, dass die meisten Schüler auch direkt aus Comox kamen, man also alle Freunde auch bequem zu Fuß erreichen konnte. Sehr praktisch.

Leider war der Sommer gerade in seinen letzten Zügen und so konnte ich nur 1-2-mal ins Meer gehen, obwohl ich ca. 15 Minuten (zu Fuß) vom Meer entfernt gewohnt habe.

Jeder Schüler hat nur vier Kurse und ich habe mich für Maths, Social Studies (so eine Mischung aus PoWi und Geschichte), English und P.E. (Sport) entschieden und bin mit meiner Wahl sehr zufrieden gewesen und es keineswegs langweilig wurde, die gleichen Fächer jeden Tag zu haben, da der Unterricht sehr abwechslungsreich war. Auch den vielgerühmten „Schoolspirit“ habe ich gespürt, ich war Mitglied des Fußballteams und bei Heimspielen waren viele Besucher da, die uns angefeuert haben. Generell war die Schule nicht so schwer wie hier, allerdings hat man mehr Tests und Arbeiten geschrieben, die man allerdings vom Niveau her nicht mit einer hiesigen Oberstufenklausur vergleichen kann.

Neben dem Fußballteam, war ich auch Mitglied des Skiteams und so hatte ich die Möglichkeit auch montags Ski zu fahren (ungefähr eine Stunde entfernt hat sich ein größeres Skigebiet befunden). Allerdings waren die Schneeverhältnisse in diesem Jahr, im Vergleich zu den vorigen sehr schlecht und so hat der Berg auch erst Ende Dezember geöffnet, also hatte ich nur einen Monat zum Skifahren.

Jetzt wo ich schon mehr als ein halbes Jahr wieder zu Hause bin, muss ich doch sagen, dass ich meine Freunde aber auch vor allem meine Gastfamilie vermisse. Allerdings bin ich noch mit allen, dank des Internets, in gutem Kontakt und ich hoffe diesen auch lange Aufrecht erhalten zu können, sodass diese wunderbaren Erinnerungen niemals in Vergessenheit geraten.

 

Fotos zu diesem Bericht

Dein High School Aufenthalt - optimal mit GIVE
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