Richard Meuth berichtet von der Highland Secondary School - Comox (British Columbia / Kanada)

Als ich in den Flieger am Frankfurter Flughafen einstieg, war ich sehr aufgeregt was mich wohl alles in Kanada erwarten würde. Ich überlegte mir, wie anders ihre Kultur wäre. Würden die Leute uns, als Ausländer, freundlich aufnehmen? Und natürlich: Wie würde meine Gastfamilie sein? Ich musste die lange Flugzeit über mich ergehen lassen, ehe ich Antworten bekam.

Meine komplette Gastfamilie erwartete mich am Flughafen und begrüßte mich herzlich. Anscheinend waren sie genauso neugierig wie ich. Wir fuhren zu ihnen nach Hause und konnten dabei schon ein bisschen reden. Vom Jetlag war ich jedoch ziemlich müde, sodass ich bald ohne Probleme in meinem nun neuen Zimmer einschlafen konnte. Natürlich war am Anfang alles neu. Die Landschaft und die Häuser sahen ganz anders aus als bei uns in Deutschland. Die meisten Häuser sind zum Beispiel aus Holz gebaut und farbig gestrichen. Von innen sehen sie aber dann doch ziemlich ähnlich aus wie bei uns. Zum Glück hatte ich die ersten paar Tage noch einen Rest kanadische Sommerferien, sodass ich mit meiner Gastschwester die Umgebung erkunden konnte. Die Landschaft ist sehr schön dort, vor allem wenn es warm ist und die Sonne scheint. Der Strand war nur eine halbe Stunde zu Fuß entfernt und somit nicht zu weit weg um einfach mal hinzugehen und im Meer zu schwimmen, auch wenn das Wasser im September schon ziemlich kühl war.

Einige Tage später fing die Schule an und wir hatten ein „International-Meeting“, wie es die Schule nannte, um zu erfahren, in welche Fächer wir eingeteilt worden waren. Es gibt im kanadischen Schulsystem Fächer wie „Foods“, in dem man lernt richtig zu kochen oder auch „Photography“, in dem man lernt, wie eine Kamera richtig bedient wird und wie man Fotos macht. Ich wählte Englisch, Sport, Science und Kunst. Wir hatten jeden Tag dieselben vier Fächer je 75 Minuten lang und eine 50 Minuten lange Mittagspause zwischen dem 2. und 3. Block. Diese Fächer hat man normalerweise fünf Monate lang und dann vier andere Fächer das nächste Halbjahr. Am Anfang war es natürlich etwas komisch jeden Tag das gleiche Fach zu haben und da ich nur fünf Monate da war, änderte sich das für mich nicht. Für mich war es eine gute Erfahrung, auch wenn ich letztendlich das deutsche Schulsystem bevorzuge. Ich denke aber, dass die meisten diesen Austausch machen, um vor allem den englischen Wortschatz zu verbessern, was bei mir definitiv der Fall war. Praktisch war, dass die Schule ein Schließfach für jeden einzelnen Schüler bereitstellte und dass es dort eine große Bücherei gab, in der man Computer benutzen oder seine Hausaufgaben machen konnte. In der Schule fand ich durch meine Gastschwester schnell viele neue kanadische Freunde, mit denen ich nach kurzer Zeit auch etwas unternahm und mich verabredete.

Es war sehr schön, dass in der Nähe vom Haus meiner Gastfamilie ein großer Berg, Mount Washington, war und wir dort solange es noch warm war, in die Natur gehen konnten und ab Dezember, als es angefangen hatte zu schneien, auch einfach mal am Wochenende Skifahren konnten.

Es fiel mir schwer, nach fünf Monaten die Sachen zu packen und nach Deutschland zurück zu fliegen. In Deutschland musste ich zwar den Schulstoff der letzten fünf Monate nachholen, weil ich nicht die gesamte Klassenstufe wiederholen wollte; dennoch kann ich sagen, dass es die Mühe trotzdem wert war, so viele neue schöne Dinge zu erleben. Außerdem bleibe ich derzeit mit den Freunden aus Kanada über das Internet in Kontakt. Vielleicht können wir uns in den Ferien sogar mal wieder sehen.

 
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