Corina Knorn berichtet vom Newlands College - Newlands, Wellington (Nordinsel / Neuseeland)

Hi, ich bin Corina (15) und war für 3 Monate am Newlands College in einem Vorort von Wellington!

Wie man lesen kann, war ich zu dem Zeitpunkt, zu dem ich in Neuseeland war, noch ziemlich jung für eine Austauschschülerin und so war es auch relativ schwer für mich, meine Eltern davon zu überzeugen mich gehen zu lassen. Glücklicherweise habe ich es dennoch geschafft!!! Außerdem bin ich im ersten Jahrgang des bayrischen G8, was das Nachlernen des verpassten Stoffes schwerer macht, da so in relativ kurzer Zeit viel Unterrichtsstoff durchgenommen wird. Deshalb musste ich auch während meiner deutschen Sommerferien gehen. Im Nachhinein kann ich aber sagen, dass es eine der drei schönsten Monate meines Lebens waren und ich sehr viele wertvolle Erfahrungen gesammelt habe! Davon abgesehen, dass sich mein Englisch auch noch deutlich verbessert hat! Also, so ein Auslandsaufenthalt lohnt sich wirklich!

Als ich vor circa vier Monaten am Abflug-Gate des Münchner Flughafens stand und mich gerade von meinen Eltern verabschiedet hatte, wurde mir doch etwas mulmig zu Mute, ob alles mit den Flügen klappen würde und dann kamen natürlich die üblichen Zweifel, ob die Gastfamilie auch nett sei und man sich darin wohl fühlen werde. Aber man sitzt ja auch nicht alleine im Flugzeug, sondern kann sich mit all den andern Austauschschülern unterhalten, was letztendlich doch beruhigend ist, da alle die gleichen Sorgen haben. J

Als ich dann jedoch nach 25 Stunden reiner Flugzeit und über 30 Stunden Reisezeit am anderen Ende der Welt in Wellington ankam, war die Spannung, meine Gastfamilie endlich kennen zu lernen nur noch riesig. Vom Flughafen hat mich die Partnerorganisation von GIVE in NZ abgeholt und zu einem Institut gebracht, in dessen Nähe auch mein Vorbereitungskurs stattfinden sollte. Dort hat mich meine Gastfamilie abgeholt. Auf der Fahrt zurück zu unserem Haus hatte ich ziemliche Probleme mit dem Verständnis der Sprache, da meine Gastmutter sehr starken Kiwi-Akzent gesprochen hat, der Radio an war und mein Gastvater ins Lenkrad hinein gemurmelt hat. Aber spätestens nach einer Woche habe ich nahezu alles verstanden.

Meine Gasteltern Jenny und Chris sind so mit die herzlichsten, offensten und liberalsten Menschen, die ich kennen gelernt habe. Sie waren wirklich sehr lieb und ich habe mich sofort bei ihnen wohl gefühlt, obwohl der Klimasturz vom Münchner Sommer mitten in den Winter Wellingtons schon ziemlich heftig war. J Mit Jenny und Chris hatte ich während meines ganzen Aufenthalts ein super-gutes Verhältnis!

Nach einer Woche Vorbereitungskurs musste ich dann in die Schule gehen, was mir sehr große Sorgen bereitet hat, denn würde ich Freunde finden und im Unterricht alles verstehen? Aber bereits nach der Einführung durch die beiden Betreuerinnen der Internationals und der stellvertretenden Schuldirektorin wusste ich, dass mir auch die Schule gefallen würde. Zuerst bekam ich einen Buddy, Rosie, mit der ich ihren Unterricht gegangen bin, bis ich meinen eigenen Stundenplan hatte. Sie half mir auch beim Zurechtfinden auf dem großen Schulgelände! In der Pause wurde ich dann auch fast der ganzen 11. Jahrgansstufe vorgestellt! Wenn man ein wenig auf die Neuseeländer zugeht und Interesse an ihnen zeigt, kann man wirklich schnell nette Menschen kennen lernen. Natürlich haben mich die Kiwis zuerst auch einmal komisch angeschaut, weil ich die Neue aus Deutschland war, aber als ich dann einfach angefangen habe mit ihnen zu reden, sind sie alle „aufgetaut“ und so haben sich dann sehr viele Freundschaften entwickelt! Insgesamt hatte ich sogar viel mehr Freunde unter Kiwis als unter den Internationals.

Die Schule in Neuseeland ist wirklich anders als die in Deutschland: Zum einen muss man ja Schuluniform tragen, was aber gar nicht so schlimm ist und zum anderen ist das ganze Schulsystem anders. Es gibt zum Beispiel nur ca. einmal pro Term einen angekündigten Test, dann in Term 3 die MOK-Exams, eine Art Probe-Exams und am Ende des Jahres die richtigen Exams. Allerdings sind die abschließenden und die MOK-Exams für Internationals, die nur 1 bis 12 Monate bleiben, freiwillig. Während der Exams hat man aber nicht eine Woche schulfrei, sondern die Schule organisierte für alle jeden Tag Ausflüge in und um Wellington. Zum Beispiel sind wir in das Hutt Valley zu einem Drehort von Herr der Ringe gefahren oder wir haben eine Tour entlang Wellingtons Südküste gemacht.

Außerdem hat man insgesamt nur 6 Fächer. Da ich keine Vorgaben meiner Münchner Schule hatte, habe ich Englisch, Mathematik, Deutsch (das war eine Notlösung, da ich eigentlich Geschichte oder Te Reo Maori wählen wollte, was ich aber beides nicht nehmen konnte), Geographie, Physical Science (ein Mix aus Chemie und Physik) sowie Food Technology (Kochen und Ernährungswissenschaften) gewählt. Den Stoff, der in Year 11 durchgenommen wurde, kannte ich schon aus Deutschland und so war der Unterricht für mich insgesamt relativ einfach.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Wahl der Fächer umso schwieriger ist, je kürzer man an der Schule bleibt. So waren die Schulmannschaften in Sport bereits gebildet, und in Drama wurde für eine Aufführung am Ende des Schuljahres geprobt, sodass ich auch nicht kurzfristig einsteigen konnte. Allerdings durfte ich in Geographie deshalb in Year 13, den Abschlussjahrgang! Zum Fach Deutsch, sollte man aber noch erwähnen, dass der Unterricht überwiegend in Englisch stattfindet und mein Lehrer mich in die Gestaltung des Unterrichts, als Muttersprachlerin, fest einbezogen hat. Einige meiner Mitschüler und Freunde haben sich auch schon für einen Auslandsaufenthalt in Deutschland angemeldet!

In meiner Freizeit, von der ich wirklich viel hatte, da wir nur wenige Hausaufgaben bekommen haben, traf ich mich meistens mit Freunden! Entweder waren wir alle abwechselnd bei uns zu Hause, oder wir sind nach Wellington in die Innenstadt gefahren und haben dort etwas unternommen!

Also, abschließend kann ich euch nur so einen Aufenthalt empfehlen und, wenn ihr euch schon dafür entschieden habt, ganz viel Spaß wünschen!!! Genießt die Zeit! Ich würde es noch ein zweites Mal machen, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte!!!

Ich konnte weltweit Freundschaften knüpfen, von denen ich wirklich hoffe, dass sie ein Leben lange halten werden!

Corina

 

 

Hi, wir sind Manfred und Uli, die Eltern von Corina und naturgemäß etwas älter und vorsichtiger  als sie.

Unsere Erfahrungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Der nachdrückliche Wunsch unserer Tochter, eine erste Auszeit vom Elternhaus zu nehmen, kam für uns sehr früh, zum Zeitpunkt der Entscheidung (Februar 2008) war sie erst 14. In diesem Zusammenhang war die Begleitung von GIVE für uns sehr hilfreich. Die vielfältigen und geduldigen Erklärungen von Frau Lyra haben in uns die Überzeugung reifen lassen, dass unsere Tochter am anderen Ende der Welt in guten Händen sein wird. Wie man dem Erfahrungsbericht von Corina entnehmen kann, ist es auch so gekommen.

Sehr empfehlenswert sind die Einführungsseminare, in denen den künftigen Austauschschülern sehr offen und vorbehaltlos Chancen und Risiken von gleichaltrigen Rückkehrern vermittelt werden. Gerade die Diskussion auf Augenhöhe zwischen den Jugendlichen vermag nach unserem Eindruck weit mehr zu bewirken, als Bedenken zusammenfassende Monologe der Eltern.

Für uns als Eltern brachte das Seminar nochmals eine spürbare Beruhigung und eine Vielzahl von nützlichen Informationen, z. B. über eine vernünftige Geldversorgung während des Aufenthaltes, sinnvolle und bezahlbare Kommunikationswege via Handy, Campus Card etc., Besonderheiten beim Gepäck gegenüber herkömmlichen Interkontinentalflügen oder Informationen zur Visa-Beschaffung.

All dies hat dazu beigetragen, dass die Vorbereitungszeit kurzweilig und der bürokratische Aufwand problemlos zu bewältigen war. Am Flughafen konnten wir ruhigen Gewissens winken.

Die Prognosen von GIVE über den Verlauf des Aufenthaltes sind exakt eingetroffen. Das gilt für einen anfänglichen, sich schnell verflüchtigenden Durchhänger unserer Tochter genauso wie für die Schwere des Abschiednehmens am Ende. Die Kommunikation hat während des Aufenthalts problemlos geklappt, so dass durch einen stetigen Informationsfluss zu keinem Zeitpunkt Grund zur Sorge bestand.

Aus beruflichen Gründen es war Manfred nicht möglich, Corina in Neuseeland abzuholen. Diese Möglichkeit hat Uli wahrgenommen und sich noch ein paar entspannte Tage alleine sowie eine Woche Mutter/Tochter-Urlaub bei den Kiwis gegönnt. Die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen, insbesondere der Gasteltern von Corina und ihrer Mitschüler hat sie sehr beeindruckt.

Einen letzten Aspekt aus Sicht der Eltern möchten wir noch anmerken. Mit dem Aufenthalt in Neuseeland haben wir einen ersten Vorgeschmack auf einen bevorstehenden neuen Lebensabschnitt bekommen, die zurückkehrende Freiheit der Eltern, wenn der Nachwuchs flügge wird. Wir haben diese Freiheit sehr genossen, so dass rückblickend alle – Eltern und Tochter – drei sehr schöne Monate hatten.

 

Fotos zu diesem Bericht

Dein High School Aufenthalt - optimal mit GIVE
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