Laura Große-Ophoff berichtet von der Greenbay High School - Auckland (Nordinsel / Neuseeland)

Hallo,

Ja, wo fängt man mit so einem Erfahrungsbericht denn am besten mal an? Es ist immer schwer alles das, was man erlebt und gelernt hat in die richtigen Worte zu fassen. Wenn ich gefragt werde: „Und, wie war‘s?“, fallen mir auf die Schnelle nur Sachen wie: „ Super, klasse, wunderschön, ganz ganz toll… usw.“ ein, doch diese Wörter beschreiben natürlich nicht alles und deswegen schreib ich also für alle Interessierten und die „Anfänger“ in Sachen Austausch diesen Bericht.

Neuseeland war immer mein Traumland und die Chance zu haben einen 9-monatigen Aufenthalt dort zu machen war natürlich der Hammer. Mit der Unterstützung von Eltern, Freunden und GIVE waren auch die nötigen Formalitäten schnell geklärt und schon 2 Monate vor meiner Abreise hatte ich Emailkontakt zu meiner Gastfamilie. Ich war so neugierig, dass meine Gastmama mir gleich Fotos von sich, meinem Gastpapa, meinen kleinen Bruder und dem Haus schicken musste ;)

Meine 2. Familie, das sind meine Eltern Helen (29) und Des (32), mein kleiner Bruder Callum (jetzt 6) und eine Schülerin aus Korea, meine Gastschwester Christine (18). Außerdem hatten wir oft noch weitere Gastschüler für 1 bis 2 Wochen aus Japan und Deutschland. Mit allen hab ich mich super verstanden und es gab nie Probleme. Dadurch, das Helen und Des beide noch so jung waren, haben wir immer viel unternommen. Wir waren sogar zusammen im Urlaub und haben uns oft mit Pizzen an den Strand gesetzt um den Sonnenuntergang anzuschauen. Mit der Familie hab ich viel Glück gehabt und ich kann nun wirklich sagen, am anderen Ende der Welt eine 2. Familie gefunden zu haben. Der Abschied war dann natürlich auch dementsprechend schwer. Die lieben Worte und einfach die Tatsache zu wissen, das man ein Teil der Familie war und weiterhin sein wird, ist einfach zu schön um nicht vor Rührung und Trauer das alles hinter sich lassen zu müssen schrecklich loszuheulen.

Der Einstieg in die neue Kultur, die Zeitverschiebung und alles was einen als Gastschüler im neuen Land erwartet, ist eigentlich gar nicht so schwer wie anfangs vermutet. Durch die Einführungswoche in Auckland lernt man schon viele nette Austauschschüler kennen und so fühlt man sich am Anfang nicht allein.

In der Schule war das alles auch gar kein Problem. Ich kam natürlich erstmal promt zu spät, mit der Ausrede: „Sorry, i got lost…“, was mir meine Koordinatorin mit einem Lächeln abnahm, denn mein Schulweg waren 10 Minuten zu Fuß die Straße runter. ;) Wir machten ein paar Tests, von denen ich das Ergebnis nie mitbekam, uns wurde die Schule gezeigt, die Lehrer vorgestellt und nach endlosen Tagen im Büro gings dann endlich in die Klassen und zum normalen Unterricht über. Auch wenn man am Anfang Schwierigkeiten beim Verstehen hat, so wird das zum Ende hin immer leichter. (Das heißt, wenn man nicht einen Geschichtslehrer hat, der versucht den Stoff von 5 Stunden in eine zu quetschen und dann dementsprechend schnell redet.)

Das Neuseeländische Schulsystem ist, meiner Meinung nach ein wenig mau. Man kann 5 Fächer frei wählen, hat diese Fächer dann jeden Tag, und sie verschieben sich dann immer eine Stunde nach hinten. Total öde.

Wir, an der Green Bay High School, hatten aber eine tolle Ausrüstung in den Kunst und Fotographieräumen. Und der Sport wird in Neuseeland für sehr wichtig gehalten. Nach der Schule kann man alle möglichen Sachen machen- nur leider gab es keine Rugbymannschaft für Mädchen. Die Angebote zu nutzen würd ich jedem empfehlen, weil man durch das nachmittägige Treffen viele neue, nette Leute kennen lernen kann und zusammen Spaß hat.

Das beste an der Schule sind ja bekanntlich die Ferien und von denen hat man in Neuseeland mehr als genug! :) Im Sommer, also über Weihnachten hatte ich fast 2 Monate lang frei, aber die Länge der freien Zeit kommt ganz darauf an wann man die Examen schreibt oder ob, wie bei uns, noch ein „Overseas program“ ansteht, indem wir ein Filmprojekt zu Auckland gemacht haben.

In den 2 Monaten hat man viel Zeit zu reisen. Sehr zu empfehlen sind South Island tours die von Organisationen organisiert und bei denen viele Gleichaltrige mitfahren. Falls man die Unterschrift der Eltern hat (war gar nicht so leicht die zu kriegen!!) kann man auch Bungee jumping, Sky diving und andere Extremsportarten machen, die Neuseeland und vor allem Queenstown so zu bieten haben.

Ich hatte außerdem das große Glück richtig richtig liebe Menschen kennen zu lernen und mit ihnen die Ferien zu verbringen. Meine „3.Familie“ und meine beste Freundin Annalise. Mit ihr und ihren Eltern war ich zum Beispiel in Hahai campen. Das waren 10 wundervolle Tage in der Sonne, die ich nie vergessen werde! Dann waren wir mit dem Boot im Bay of Islands, Wasserski fahren, Skibisquiting und ein bisschen Sightseeing für mich.

Weihnachten war toll! Mein Gastpapa kommt aus Samoa und hat eine große Familie- bunt, chaotisch und voller Energie. Es gab ein riesiges Buffet zum Frühstück mit allem was man sich so wünscht, es gab haufenweise Geschenke für alle kleinen und großen Gastcousins und -cousinen und viel kitschige Weihnachtsmusik, es gab Zank um neue Spielsachen und Freude und, je später es wurde, eine Menge Spielkartenspaß und kleine Drinks für die Älteren. Mit der Familie meiner Gastmama wurde Cricket gespielt und wieder gegessen und abends war ich hundemüde und brauchte ersteinmal eine Abkühlung im Pool! :)

Nun bin ich seit mehr als einem halben Jahr wieder zu Hause. Oft sehne ich mich zurück nach Neuseeland, wenigstens für eine kurze Zeit, dann guck ich mir die Bilder an und bin glücklich das alles erlebt zu haben, so schöne Erfahrungen gesammelt zu und so liebe Menschen gefunden zu haben! Es war „awesome“, wie die Kiwis sagen würden!! :)

Laura Große Ophoff

 

Fotos zu diesem Bericht

Dein High School Aufenthalt - optimal mit GIVE
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