Henrike Seydel berichtet aus Victoria (British Columbia / Kanada)

In der 10. Klasse hat mein großer Bruder über die Schule an einem Schüleraustausch in die  Staaten teilgenommen. Als kleine Schwester wollte ich natürlich in seine Fußstapfen treten, doch unsere Schule bot leider keinen Schüleraustausch mehr an.

Nun also begann das die große Suche nach einer Organisation mit der ich auf eigene Faust einen Auslandsaufenthalt gestalten konnte. Da ich vor meinem ersten Auslandsaufenthalt doch etwas Bammel hatte, beschloss ich ihn auf einen Monat zu begrenzen. Diese Bedingung erschwerte es jedoch erheblich eine Organisation zu finden und ich wälzte duzend von Katalogen bis ich endlich auf GIVE stieß.

Die Mitarbeiter der Organisation kümmerten sich so gewissenhaft um mich, als würde ich  für den Rest meines Lebens nach Victoria  in British Columbia ziehen. An dieser Stelle noch einmal einen ganz herzlichen Dank an Beatrice Lyra!

Besonders beruhigend fand ich die Absicherung vor Ort. Auch dort gab es mehrere Kontaktpersonen an die man sich bei Problemen wenden konnte. Als ich dann die erste e-mail meiner Gasteltern bekam, waren alle Ängste verflogen und ich freute mich wie ein Honigkuchenpferd.

Am 23. Februar war es dann soweit: Nach einem sehr langen Flug stand ich meinen Gasteltern zum ersten mal gegenüber. Man könnte wohl sagen es war Liebe auf den ersten Blick .  In dem folgenden Monat hatten wir so viel Spaß! Meine Gasteltern bestanden darauf extra für mich fischfrei zu kochen ( auf einer Insel wohlgemerkt). Sie packten mir abends heimlich mein Lunchpaket, damit ich jeden Morgen in der Schule eine neue Überraschung hatte. Sie schmissen eine riesige   Party mit ihren verrückten Verwandten, machten mit mir Ausflüge und lange Filmabende. 

Mit der Sprache gab es keinerlei Probleme, schon nach mehreren Stunden dachte ich nur noch in Englisch. Natürlich machte ich Fehler oder versprach mich. Doch meine neuen Wortkreationen wie „surfbread“ trugen immer zur guten Stimmung bei und wenn ich etwas nicht verstand fragte ich einfach nach.

Natürlich gehört Glück dazu bei welcher Gastfamilie man landet, bis heute schätze ich mich sehr glücklich über meinen Treffer, aber der echte Canadier ist von Natur aus warmherzig und offen. Während meinem ganzen Aufenthalt bin ich nicht einem unfreundlichen Menschen begegnet, ganz im Gegenteil! Der Busfahrer begann mit mir gleich eine fröhliche Unterhaltung, als er sah, dass ich als Ausländer des Münzsystems in den Bussen nicht kundig war.  Auf einer Jobausstellung in der Schule fragte mich ein Student ob ich nicht in Canada studieren wolle und ein Mechatroniker interessierte sich brennend dafür, welches Auto wir zu Hause hätten. Die Canadier sind einfach super freundlich und offen, ohne jedoch aufdringlich zu werden!!

Auch an der Belmont Secondary School waren die Leute nicht anders. Das „international office“, das an die Schule angeschlossen ist, organisiert sogar Ausflüge für all die Austauschschüler. Sie bemühten sich auf jede nur erdenkliche Art Kontakt zwischen Austauschschülern und Einheimischen herzustellen. Durch die Schule und diese Ausflüge lernte ich neben den Einheimischen Leute aus aller Welt kennen, unter anderem aus Korea und Equador. Für die Canadier selbst sind Austauschschüler nichts besonderes, sie leben in einer riesigen „saladbowl“. Daher  darf man nicht darauf warten, dass sie sich für einen sofort interessieren, doch wenn man auf sie zugeht, sind sie gleich offen.

Es hat sich natürlich herausgestellt, dass das ein Monat viel viel viel zu kurz war. Bis heute bin ich mit meinen Freunden und Gasteltern aus Canada in Kontakt und nach dem Abitur werde ich noch einmal dort hingehen. Ich kann allen Leuten, die vielleicht ein bisschen ängstlicher sind, wie ich, nur dazu raten nach Canada zu gehen. Die Mentalität der Canadier und die gute Vorbereitungen von GIVE werden auch euch sicher nicht im Stich lassen und euch ein wundervolles Abenteuer bescheren.

 
Dein High School Aufenthalt - optimal mit GIVE