Annika Kees berichtet vom Linwood College - Christchurch (Südinsel / Neuseeland)

Hallo!

Ich habe für drei Monate in Christchurch in Neuseeland gewohnt und bin dort auf das Linwood College gegangen. In diesen drei Monaten habe ich so viel Neues erlebt und so viele neue Erfahrungen gesammelt, wie noch nie in drei Monaten zuvor.

Meine Zeit in Neuseeland fing kurz vor den Sommerferien in Deutschland an. Das heißt, mein Schuljahresende war schon eher da, als das von meinen Mitschülern. Und plötzlich stand ich dann in der Schule und habe gedacht: „Das ist jetzt echt mein letzter Tag hier, was mache ich eigentlich?“ Ich wusste nicht so recht, wie mir geschah, als alle sich von mir verabschiedeten. Danach war nur noch Koffer packen angesagt und los ging’s, auf meine große Reise.

Den Flug habe ich einigermaßen überstanden, obwohl dies mein erster Flug war.

In Wellington verbrachte ich meine erste Woche in Neuseeland und ging dort  zur Schule, wo ich einige wichtige Dinge über das neue Land, in dem ich nun leben würde, beigebracht bekommen habe.

Nach dieser Woche bin ich dann nach Christchurch zu meiner „richtigen“ Familie geflogen. Zunächst stand ich vor meiner Gastfamilie am Flughafen und wir waren uns alle nicht sicher, ob wir auch wirklich zusammen gehörten, nach etwas Verwirrtheit ging es dann aber nach Hause. An dem ersten Wochenende haben wir gleich etwas zusammen unternommen und ich hatte schnell das Gefühl, dass ich dort zu Hause bin. Allerdings hätte ich fast meine Gastfamilie wechseln müssen, da ich genau zu der Zeit in Christchurch gewohnt habe, als das Erdbeben der Stärke 7,1(4. September 2010) passierte und das Haus meiner Gastfamilie nicht mehr bewohnbar war. Dies wäre mir aber schon nach sechs Wochen, die ich zu dem Zeitpunkt in meiner Gastfamilie gewohnt hatte richtig schwer gefallen und so habe ich den Rest meiner Zeit zusammen mit meiner Familie bei der Gastoma gewohnt. Meine Gastmutter meinte, als ihr angeboten wurde, dass ich die Familie wechseln könnte, wenn es zu viel wäre: „Wir sind zusammen durch diese Hölle gegangen, dann schaffen wir auch das.“

Natürlich bin ich auch schon vor und auch nach dem Erdbeben zur Schule gegangen. Ich hatte das Fach Adventure Education gewählt, womit wir eine Menge Ausflüge gemacht haben. Wir sind durch die verschiedensten Wälder gewandert, ich bin in unzählige Flüsse gesprungen, was ich vorher nie von mir gedacht hätte. Und wir haben einen einwöchigen Trip nach Queenstown gemacht wo wir auf dem Hin- und Rückweg in verschiedenen Städten Stopps gemacht haben. Was mir persönlich aber am besten gefallen hat war, dass wir auch zum Ski fahren gefahren sind und ich bei einem Skirennen für die Schule starten durfte. Meiner Meinung nach war Adventure Education das beste Fach, was ich hätte wählen können und ohne dieses Fach wäre es, so glaube ich, manchmal etwas langweilig geworden, man hat so das Land viel besser kennen gelernt. Wenn ich nicht Adventure Education hatte, hatte ich ganz normale Fächer, wie Mathe und Physik. Zu Beginn gab es einige Probleme mit den Fachbegriffen, dies legte sich aber dank der Hilfsbereitschaft der Lehrer/innen und Schüler/innen schnell.

Nach dem Unterricht habe ich die verschiedensten Dinge unternommen. Ich habe etwas mit meiner Gastschwester oder  mit  Mitschülern gemacht, wie zum Beispiel an den Strand gehen oder ins Kino gehen und vieles mehr. Uns ist immer was eingefallen so, dass einem nie langweilig geworden ist. In meinen Ferien bin ich mit einer Gruppe von „internationals“ nach Kaikura gefahren, dort bin ich mit wilden Delfinen geschwommen. Dies war das beste, was ich in meinen drei Monaten in Neuseeland erlebt habe.

Am Ende lässt sich sagen ich habe nicht bereut, dass ich diese drei Monate in Neuseeland verbracht habe und ich wäre sogar gerne noch länger geblieben. Und dieses sage ich trotz des Erdbebens, was eine Erfahrung war, die man nicht hätte machen müssen,  es überwiegen all die positiven Erlebnisse und Erfahrungen.

Schöne Grüße Annika