Christina Brunner berichtet von der Motueka High School - Motueka (SĂŒdinsel / Neuseeland)

 

Vor knapp 7 Monaten wurde mein großer Traum endlich wahr. Nach einem
schnellen Abschied von meiner Familie, der glĂŒcklicherweise nicht zu
trÀnenreich war, stieg ich in das erste von insgesamt drei Flugzeugen,
die mich nach Neuseeland bringen sollten. Meine GefĂŒhle wĂ€hrend der
FlĂŒge sind nicht wirklich zu beschreiben, es war so ziemlich alles von
Abschiedsschmerz ĂŒber NervositĂ€t bis hin zu Vorfreude. Als unsere Gruppe
nach einem endlosen und unangenehmen Flug (Turbulenzen, und zwar nicht
zu knapp!) endlich in Auckland ankamen, waren wir alle schrecklich
ĂŒbermĂŒdet. Dennoch mussten sich alle "SĂŒdinsler" (ich auch) in einen
weiteren Flieger setzen, diesmal mit dem Ziel Wellington, dort fand
unser Preparation Course statt. In Wellington angekommen, wurde ich von
meiner Gastmutter-fĂŒr-eine-Woche abgeholt und durfte ENDLICH ins Bett.
In der Gastfamilie wohnten noch zwei andere MĂ€dels, die wie ich auf die
Motueka High School gehen wĂŒrden. Die Woche in Wellington war sehr schön
und lustig, aber ich konnte es auch kaum erwarten endlich an meinem
"richtigen" zu Hause anzukommen.


Eine knappe Woche spÀter war es dann endlich so weit. Ich stieg ein
letztes Mal in den Flieger , diesmal mit dem Ziel Nelson. Leider war es
meiner Gastfamilie nicht möglich mich abzuholen, deswegen kam meine
Homstay Managerin. Eine halbe Stunde spÀter war ich endlich da: Motueka,
ein kleines StÀdtchen direkt am Abel Tasman National Park. Mein zu Hause
fĂŒr das nĂ€chste halbe Jahr.


Meine Gastfamilie, das waren meine "Eltern" Lyall und Rose und
"Geschwister" Sophie (17) und Isaac (15). Außerdem hatte ich noch eine
japanische Gastschwester, Yuki (17). Ich muss zugeben, dass es am Anfang
ein bisschen schwer fĂŒr mich war, mich in meiner Gastfamilie
zurechtzufinden. Meine Gastgeschwister schienen mich zu ignorieren und
auch andere Sachen waren ein bisschen gewöhnungsbedĂŒrftig. Mein Zimmer
war zum Beispiel nur ein Viertel meines Zimmers in Deutschland. Deswegen
dachte ich auch nach einer Woche daran meine Gastfamilie zu wechseln.
RĂŒckblickend muss ich sagen, dass ich heute sehr, sehr, sehr, sehr froh
bin, dass ich es nicht getan habe. Meine Gastfamilie war eins der besten
Dinge, die mir je in meinem Leben passiert sind. Sie waren immer fĂŒr
mich da und sind mir in schwierigen Situationen zu Seite gestanden. Und
so war ich, nachdem ich mich richtig eingelebt hatte, nicht mehr "die
deutsche GastschĂŒlerin" sondern wurde vollkommen Teil der Familie,
gleichzeitig waren sie fĂŒr mich keine "Gastfamilie" mehr sondern einfach
meine Familie.


Schule in Neuseeland ist viel entspannender als in Deutschland,
zumindest fĂŒr Internationals :-) .
Die MHS ist eine sehr kleine Schule mit nur 550
SchĂŒlern. Deswegen war es auch nicht so schwer sich in den GebĂ€uden
zurechtzufinden. Die meisten Internationals (ich auch) mussten
Schuluniformen tragen, was eine sehr schöne Erfahrung war. Ich bin aber
auch froh, dass es in Deutschland keine Schuluniform gibt :-) . Am
Anfang war es nicht leicht Freundschaften mit den Kiwis zu schließen,
sie waren zwar ausnahmslos nett, hilfsbereit und freundlich aber mehr
war oft nicht drin. Aber auch das wurde mit der Zeit einfacher.
NatĂŒrlich war der Unterricht auch nicht immer sooooooo entspannend, wir
hatten Exams, Tests, Research und AuffĂŒhrungen mit der Maori Tanzgruppe.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass Schule sehr schön, interessant, und
lustig war. Trotzdem habe ich mich wie alle anderen auch auf die Ferien
gefreut!


Außerhalb der Schule wollte ich eigentlich gerne Sport machen, was sich
aber schwierig gestaltete und so habe ich das dann einfach aufgegeben.
Da mein "Vater" Pastor einer Baptistenkirche war, hatte ich die
Möglichkeit in die Kirche zu gehen. Ich muss zugeben, dass ich anfangs
ziemlich skeptisch war. Aber nachdem ich zweimal dort gewesen war, war
ich total begeistert. Kirche dort ist ganz anders, mitreisend, föhlich
und lebendig. Mit Band und Power Point, einfach unvorstellbar. Die
Leute waren alle wahnsinnig nett und ich habe mich dort RICHTIG
wohlgefĂŒhlt. Ich bin dann auch in die Jugendgruppe der Kirche gegangen
und habe wunderbare Freunde gefunden.


Die 6 Monate waren somit viel zu schnell vorĂŒber und ich konnte es kaum
glauben als nur noch 6 Wochen ĂŒbrig waren. Ich wĂ€re wahnsinnig gerne
lÀnger geblieben. Der Abschied von meiner Kiwi Familie und von meinen
Freunden dort fiel mir um einiges schwerer als von denen in Deutschland.
Aber zum GlĂŒck gibt es ja Internet und Telefone!


Alles Gute an diejenigen, die ihr High School Year noch vor sich haben!
Genießt jede einzelne Sekunde, denn viel zu schnell wird alles vorĂŒber
sein und euch nur noch wie ein Traum vorkommen!

 

Fotos zu diesem Bericht

Dein High School Aufenthalt - optimal mit GIVE
Seite: 1