Markus Knauer berichtet aus Orewa (Neuseeland)

Vor ungefähr zwei Monaten bin ich aus dem sonnigen Neuseeland wieder in das kalte Deutschland zurückgekehrt und habe viele neue Eindrücke von einer anderen Kultur, Lebensweise und vollkommen verschiedenen Lebenseinstellungen mitgebracht sowie sehr vertiefte Sprachkenntnisse.

Ich lebte von Juli bis Dezember in Orewa, einer kleineren Stadt etwas nördlich von Auckland. Dort bin ich von um 9 Uhr morgens bis um 3 Uhr nachmittags auf das Orewa College gegangen. Der Stundenplan war frei wählbar, wir konnten zwischen Englisch, Französisch, Mathe, Physik, Chemie usw. entscheiden, aber man konnte auch ganz andere Fächer wie NZ experiences wählen. Die Lehrer waren sehr hilfsbereit und erklärten alles noch einmal langsam, wenn man etwas nicht verstanden hat. Auch die Schüler nahmen einen gleich in ihre Gemeinschaft auf, sodass man sich sofort dazugehörig fühlte. Zu heimatlichen Gefühlen haben auch die 25 anderen Deutschen an der Schule beigetragen, die zwar im Unterricht aufgeteilt waren, doch hatte man zwangsläufig miteinander zu tun z.B. bei gemeinsamen Ausflügen (am Anfang auch in Deutsch).

Nach der Schule gingen wir in der wärmeren Jahreszeit an den langen menschenleeren Strand (etwa 7 min von der Schule entfernt), ansonsten in den Kraftraum der Schule oder ins nah gelegene Kino. Das Haupttransportmittel war der Bus, was aber sehr schnell und ohne Verspätungen ablief. An den Wochenenden habe ich entweder etwas mit meiner Familie unternommen oder bin mit ein paar Freunden nach Auckland zum Shoppen gefahren.

Die Einwohner Neuseelands, die Kiwis, habe ich als sehr aufgeschlossen gegenüber Fremden kennen gelernt. Als ich bei meiner Familie ankam, wurde ich gleich so warm empfangen, dass ich wusste, dass unser Verhältnis über das halbe Jahr ein sehr gutes wird. Meine Familie hat drei kleine Kinder, fünf, acht und zehn Jahre alt. Diese waren sehr anhänglich und ich war vor allem beim Playstation-Spielen sehr gefragt. Am Wochenende sind wir dann manchmal ins Schwimmbad (Hot Pools), in einen Zirkus, zum Autorennen usw. gegangen.

In Neuseeland wurde das Ganze vom „Dean for international students“ organisiert. Sie suchte die Gastfamilien aus, half bei der Stundenplangestaltung, organisierte Ausflüge usw. Man konnte sie jederzeit ansprechen und sie stand einem mit Rat und Tat zur Seite. Man fühlte sich sehr gut aufgehoben.

Die Zeit in Neuseeland gehört zu meinen schönsten Erfahrungen und ich würde es jederzeit wiederholen. Ich kann einen Highschool-Aufenthalt in Neuseeland nur empfehlen. Jedoch wäre es überlegenswert, nicht im 4. Term zu reisen, da der Unterricht wegen der „final exams“ zu kurz kommt.

Orewa College, Juli bis Januar