Sebastian Frank berichtet vom Western Springs College - Auckland (Nordinsel / Neuseeland)

Hey,
ich bin jetzt seit zwei Wochen wieder zurück in Deutschland und wenn mich jemand nach meinem halben Jahr fragt sage ich ihnen ohne zu zögern, dass es die schönste Zeit meines Lebens war.
Um ganz ehrlich zu sein war ich mir zuerst nicht ganz sicher ob ich nach Neuseeland, Kanada oder sogar Australien möchte. Allerdings kam mich dann der Gedanke, dass mir das Facettenreiche Neuseeland beide Länder in einem bieten kann, also fiel die Wahl relativ schnell auf Neuseeland. Außerdem konnte ich mir nachdem ich mir einige Informationen über das Land besorgt hatte mich dem Charme nicht entziehen. Die Auswahl des Ortes ging dann relativ schnell vonstatten und an dieser Stelle kann ich absolut nur eine Empfehlung geben. Seid mutig, probiert auch etwas aus, das ihr bisher noch nicht kennt. Ich beispielsweise bin ein absolutes Landei, aber mich zieht es schon immer eher in die Großstadt. Diesen Traum habe ich mir dann erfüllt und bin tatsächlich nach Auckland gegangen. Ich glaube, dass es relativ wichtig ist, in diesem halben Jahr gezielt die Kontraste zu suchen, denn es geht auch darum, dass man sich besser kennen lernt und man merkt was man später im Leben eigentlich will.

Rund ein halbes Jahr vor dem Abflug wurde mir dann schon als einem der ersten die Gastfamilie zugeteilt. Als der Brief kam, war ich sehr aufgeregt, denn man bekommt zum ersten Mal seine neue Familie zu Gesicht. Meine Gastfamilie waren, wie so viele, Insulaner und von einer kleinen Pazifikinsel vor einigen Generationen nach Neuseeland eingewandert. Zuerst war ich ein wenig unsicher, denn ich hatte erwartet, durch die sowieso schon riesige kulturelle Veränderung in einer eher europäisch angehauchten Familie zu leben. Doch jetzt im Nachhinein war es das Beste was mir hätte passieren können und ich genoss ein halbes Jahr mit den ganzen "brown noses" um mich herum zu leben. Ich hatte in der Gastfamilie vier Geschwister, was im Vergleich zu meinem einen Bruder hier eine ganz schöne Umstellung war. Vom Alter her waren wir sehr gemischt, ich hatte einen 18-jährigen Bruder, eine 15-jährige Schwester, eine zehnjährige Schwester und einen fünfjährigen Bruder. Auch meine beiden Gasteltern waren richtig nett und sie haben mich alle sofort in die Familie aufgenommen. Ich hatte sie gar so lieb gewonnen, dass ich mit ihnen umgezogen bin, ihnen geholfen habe und den längeren Schulweg, der nach dem Umzug eine Stunde betrag, ohne Murren auf mich genommen habe. Aber keine Angst, normalerweise ist der Schulweg kürzer und man hat es mir freigestellt ob ich bei der Familie bleiben wolle, doch ich konnte einfach nicht von ihnen loslassen.
Pflichten im Haushalt waren bei mir sehr überschaubar geregelt. Bei meiner Island Familie war es Aufgabe des Nachwuchses, die Küche zu sauber zu machen, sprich Geschirr spülen, aufräumen etc.  Was auch sehr typisch ist, dass man selbst waschen muss, aber das hat man ja schnell drauf. Zwar können die "top-loader" mal ganz tückisch sein und mal die ein oder andere Socke verschwinden lassen, aber das gehört schließlich dazu. Ich hatte wirklich viel Glück mit meiner Gastfamilie und auch Regeln gab es nicht im Überfluss. Aber meiner Meinung nach könnt ihr das selbst bestimmen wie sich da eure Familien verhalten. Wenn ihr jeden Tag eine SMS schreibt wann ihr heim kommt, dann steigt das Vertrauen und dann sieht die Familie das mit dem am Wochenende lang weg bleiben vielleicht auch nicht ganz so eng. Jedenfalls sollte man dieses Vertrauen herstellen und das gibt die Familie dann auch zurück.

Auckland selbst ist eine echt tolle Stadt und sie macht ihrem Namen als "City of sails" alle Ehre. Besonders genossen habe ich die Internationalität der Stadt. Es macht einfach unglaublich viel Spaß, wenn man aus einem fast ausschließlich europäisch geprägtem Land kommt und dann in die vielkulturelle Welt Aucklands abtauchen kann. Einfach wunderbar, man lernt die verschiedensten Nationalitäten kennen und auch deren Gepflogenheiten. So war ich beispielsweise noch in meinem ersten Monat mit einem befreundeten Taiwanesen auf einem taiwanesischen Essensmarkt. Dort gab es beispielsweise Entenfüße, die ich dann auch wagemutig probiert habe. Ich will euch jetzt nicht Angst machen, aber nur einmal zeigen wie weit der interkulturelle Austausch eben geht. Vor allem,  wenn man Freundschaften schließt. Auckland ist die einzige Stadt Neuseelands die wirklich über eine Skyline verfügt. Unter anderem gibt es dort auch den Sky Tower, den höchsten Turm Neuseelands. Dort war ich mehrere Male oben, einmal sogar schon in der Vorbereitungswoche mit der Organisation. Von dort hat man einen wunderbaren Ausblick auf Auckland und umgrenzende Gebiete. Unter anderem sieht man gut Rangitoto, eine Vulkaninsel die vor Auckland liegt. Auch dort waren wir schon in der Vorbereitungswoche. Allgemein bekommt man in der ersten Woche einen ganz guten Überblick was einem die Stadt so bieten kann und man knüpft auch schon erste Kontakte.
Gerade für mich als Landmensch war es schön in Auckland zu leben, da ich Kontraste gesucht und in Auckland mein persönliches Paradies gefunden hab.

Auch über die Schule kann ich nichts Negatives berichten. Die Lehrer pflegen mit den Schülern eine sehr freundschaftliche Beziehung und es ist tatsächlich so, dass sich nach der Stunde jeder Schüler, der am Lehrer vorbei läuft, für die Stunde bedankt, was ich persönlich sehr zu schätzen gelernt habe. Mit dem Western Springs College habe ich eine der besten Schulen in Neuseeland besucht und das große Fächerangebot macht es wirklich jedem leicht das Richtige zu finden.
Hier mag ich ganz kurz noch eine Empfehlung aussprechen. Es empfiehlt sich sehr in Term eins bzw. zwei zu kommen, denn hier werden noch keine Examen geschrieben, was es einfacher macht Kontakte herzustellen, da die Leute noch nicht im Stress sind und sich die Gruppen in den Kursen noch nicht so gebildet haben. Der Schulalltag an sich ist relativ entspannt und mit meiner Fächerwahl (Englisch, Geschichte, Philosophie, Mathematik, Ökonomie, Erdkunde) war ich sehr zufrieden. Leider habe ich wie man sieht nicht genug ausprobiert und habe relativ deutsche Fächer genommen. Hier sollte man auch mal Mut zum Besonderen haben und eben etwas machen, was man noch gar nicht kennt.

Im Allgemeinen muss ich sagen, am Programm teilzunehmen war die beste Entscheidung und ich hatte wie gesagt die beste Zeit meines Lebens. Auch die Kontakte die ich geknüpft habe sind so eng, dass sie nicht abreißen. Einer von meinen Freunden aus Neuseeland kommt nun sogar zu mir nach Deutschland um hier für ein halbes Jahr zu leben und dann ein Studium anzufangen. Ich kann es euch nur ans Herz legen nach Auckland zu gehen!

Offene und auch allgemeine Fragen können gerne an mich an: kiaoraseb@googlemail.com gesendet werden.
 

Fotos zu diesem Bericht

Dein High School Aufenthalt - optimal mit GIVE
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